Lebendige Kieze – weil Berlin vor der eigenen Haustür beginnt

Was macht eine Stadt lebenswert? Ihre Menschen. Ihre Kultur. Ihre Freiräume. Und ein Kiez, in dem man gerne lebt.

Berlin ist eine Stadt der Kieze. Jedes hat seinen eigenen Charakter, seine eigenen Geschichten und vor allem seine eigenen Menschen. Genau das macht Berlin so besonders.

Ein lebendiger Kiez entsteht dort, wo Menschen nicht nur wohnen, sondern sich begegnen, miteinander ins Gespräch kommen, gemeinsam etwas unternehmen und ihre Nachbarschaft mitgestalten können. Deshalb möchte ich, dass wir unsere Kieze stärker in den Mittelpunkt stellen.

Begegnung braucht Räume

In einer dicht bebauten Stadt sind öffentliche Räume besonders wertvoll. Plätze, Grünflächen, Spielplätze, Parks und Straßen sind mehr als Verkehrs- oder Durchgangsflächen. Sie sind Orte, an denen Nachbarschaft entstehen kann.

Das erleben wir zum Beispiel bei temporären Spielstraßen. Wenn eine Straße für einige Stunden nicht dem Autoverkehr gehört, sondern Kindern zum Spielen und Nachbarinnen und Nachbarn zum Treffen zur Verfügung steht, verändert sich der Raum sofort. Plötzlich kommt man miteinander ins Gespräch. Kinder spielen gemeinsam. Menschen, die sich vielleicht seit Jahren nur vom Sehen kennen, lernen sich kennen. Solche Projekte zeigen, wie viel Leben in unseren Kiezen steckt, wenn wir ihm Raum geben. Dabei geht es nicht darum, Straßen grundsätzlich gegen Autos auszuspielen. Es geht darum, öffentlichen Raum flexibel zu nutzen und unterschiedliche Bedürfnisse zusammenzubringen.

Kultur gehört in den Kiez

Lebendige Kieze brauchen auch Kultur.

Kultur findet nicht nur in großen Theatern, Museen oder Konzerthäusern statt. Sie findet auch auf Plätzen, in kleinen Einrichtungen, in Vereinen, auf Bühnen, in Ateliers und an ungewöhnlichen Orten statt.

Gerade diese Mischung macht Berlin aus.

Halensee und seine Umgebung haben dabei sehr viel zu bieten. Mit der Schaubühne am Lehniner Platz liegt eines der bekanntesten Theater Berlins direkt am Kurfürstendamm. Die Schaubühne steht seit Jahrzehnten für anspruchsvolles, zeitgenössisches Theater und hat eine lange Tradition gesellschaftlicher Auseinandersetzung.

Aber Kultur muss nicht immer auf einer der großen Bühnen stattfinden.

Direkt in Halensee gibt es auch kleinere kulturelle Angebote. Das Puppenbühnchen in der Georg-Wilhelm-Straße beispielsweise bringt Puppentheater zu Kindern und Familien und setzt dabei bewusst auf gemeinsames Erleben und Mitmachen. Solche kleinen Einrichtungen sind vielleicht weniger bekannt als die großen Berliner Bühnen – für einen lebendigen Kiez sind sie aber mindestens genauso wichtig.

Genau diese Mischung macht einen Stadtteil attraktiv: die große Bühne und das kleine Theater, professionelle Kultur und ehrenamtliches Engagement, etablierte Einrichtungen und neue Ideen.

Kultur muss deshalb nicht immer bedeuten, ein neues großes Kulturzentrum zu bauen. Manchmal geht es darum, die Orte und Menschen zu unterstützen, die bereits heute Kultur in den Kiez bringen.

Und Kultur kann noch viel stärker im öffentlichen Raum stattfinden: bei Straßenfesten, auf Plätzen, bei Lesungen, kleinen Konzerten oder Theateraufführungen. Wenn Menschen ihre Nachbarschaft nicht nur zum Wohnen, sondern auch zum gemeinsamen Erleben nutzen können, entsteht genau das, was einen lebendigen Kiez ausmacht.

Engagement macht einen Kiez lebendig

Aber Infrastruktur allein schafft noch keine lebendige Nachbarschaft.

Es sind die Menschen, die ihren Kiez lebendig machen.

Menschen, die beispielsweise einen Verein organisieren. Die sich um ältere Nachbarinnen und Nachbarn kümmern. Die ein Fest auf die Beine stellen, Kinderangebote organisieren, sich für Kultur einsetzen, einen Sportverein unterstützen oder einfach immer dann helfen, wenn Unterstützung gebraucht wird. Dieses Engagement findet häufig still und ohne große Aufmerksamkeit statt. Deshalb möchte ich, dass wir den Menschen, die sich für ihre Nachbarschaft einsetzen, mehr Wertschätzung entgegenbringen.

Bürgerschaftliches Engagement ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist ein Schatz unserer Stadt.

Wir sollten nicht nur darüber reden, wie wichtig Ehrenamt ist. Wir sollten den Menschen auch ganz konkret zeigen, dass wir ihren Einsatz sehen und wertschätzen.

Ein Kiez muss für alle da sein

Lebendige Kieze sind Orte für unterschiedliche Generationen und Lebensentwürfe.

Kinder brauchen Platz zum Spielen. Jugendliche brauchen Orte, an denen sie sich treffen können. Familien brauchen sichere Wege und gute Aufenthaltsmöglichkeiten. Ältere Menschen brauchen erreichbare Angebote und Möglichkeiten, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Und auch Menschen, die neu in einen Kiez kommen, müssen die Möglichkeit haben, Teil der Nachbarschaft zu werden.

Das gelingt nicht durch eine einzelne Maßnahme. Es braucht eine Mischung aus öffentlichen Räumen, Grünflächen, Kultur, Sport, sozialen Angeboten, Gastronomie, Einzelhandel und engagierten Menschen.

Genau diese Mischung macht einen Kiez lebendig und dafür setze ich mich ein

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